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HÖRSPIEL
- DIE MUSIK
Die bereits erwähnte Absicht, die
Hörspielfassung möglichst originalgetreu umzusetzen, galt auch als Vorgabe
für den Einsatz der Musik. Ziel war es, nur Musik zu verwenden, die aus der
damaligen Zeit hätte stammen können.
Vorbild war somit hauptsächlich die
"Musik der Spielleute", die mit Flöten, Pommern,
Dulcian und Trommeln instrumentiert ist. Ausgehend von einem Kernmotiv
wollten wir hierbei einerseits stilistisch genau sein, andererseits
die Musik aber auch als illustrierenden Effekt einsetzen.
Beim Einsatz der Orgel haben wir die
historische Genauigkeit zu Gunsten der klanglichen Wirkung vernachlässigt.
Hier haben wir sie bewusst im Stil der romantischen Registrierung
und Satztechnik eingesetzt, um die Kathedrale in ihrer Größe akustisch
zu verdeutlichen. Tatsächlich war ein solch pompöser Klang erst
ab dem 19. Jahrhundert in den Kirchen zu hören. Hugo selbst schreibt
jedoch im Roman von einem "mächtigen Orgelklang"
und hat es, wie so oft nach damaliger romantisierender Vorstellung,
mit diesem Bild historisch nicht so ganz genau genommen.
Der Choral "Dies irae", der
erklingt, als Esmeralda hingerichtet werden soll, ist eine Sequenz
aus dem Requiem von Thomas von Celano, eingesungen vom "Behringerchor".
Insgesamt waren an der Einspielung verschiedene
Ensembles aus dem Bereich der alten Musik beteiligt wie z. B.
das Duo "Rent a Nightingale" mit Astrid Nielsch
(Harfe) und Gaby Bultmann (Blockflöte, Vocalisen ) sowie dem Quartett
"musica venti" mit Hans Harung (Diskant Pommer), Winfried
Thalbeck (Dulcian) und Tom Wuhlke (Percussion), denen wir an dieser
Stelle noch einmal herzlich für ihren engagierten Beitrag danken
wollen.
Berlin, März 2001
Christian Hagitte und Simon Bertling
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