|
Die
Entstehung des Films "Der Brief Vom 10. März"
Regie:
Robert Cibis
Einführung
Vorgehensweise
Einführung
von
Barbara Letellier und Robert Cibis
Wir
haben mit diesem Projekt versucht das gemeinsame und persönliche
zu vermischen. Uns schien es interessant, auf unsere Freundschaft zu
bauen, um sie weiterzuführen und sie aus dem universitären
Raum herauszubringen. Eine Korrespondenz aufzubauen schien ein gutes
Mittel, um uns besser kennen zu lernen.
Allerdings, wollten wir auch eine Überlegung über die audiovisuelle
Ausdrucksweise führen, indem wir die Worteschrift der Filmschrift
gegenüberstellen.

Vorgehensweise
Unsere
gemeinsame Vorgehensweise hat drei Stufen:
Erstens:
Private Korrespondenz
Wir haben uns täglich für einen bestimmten Zeitraum Briefe
geschreiben.
Zweitens:
Filmschrift
Wir versuchen diese Korrespondenz in einen Film zu übertragen.
Die Filmsprache soll möglichst eigen sein und natürlich ohne
Worte oder symbolische Erzählung.
Jeder sucht dazu einen Briefe, den er erhalten
hat, aus. Er, bzw. sie, setzt die Wörter des/der anderen in Bilder.
Der Film ist also eine Lesung des Briefes.
Auf formeller
Ebene haben wir uns einen strikten Rahmen gesetzt. Die Briefe dürfen
in ihrer Länge ein DIN A4 Blatt nicht überschreiten. Die filmische
Umsetzung soll der Lesedauer des Films entsprechen. Wir müssen
die chronologische Reihenfolge der Inhalte des Briefes folgen.
Drittens:
Die interpretatorische Erzählerstimme
Nach Beendigung des Schnitts, zeigen wir den Film einer Person, die
uns nicht kennt und ebenso wenig die Briefe gelesen hat, welche allerdings
über das Versuchskonzept informiert ist.
Nach mehreren
Sichtungen, soll diese Person einen Brief auf Grundlage des Films schreiben,
ebenfalls nicht länger als eine DIN A4 Seite. Dieser Brief wird
der einzige Garant für das Ergebnis dieses Films sein.
Der Film wird
zweimal hintereinander gezeigt. Das erste mal mit nur den Bildern und
begleitenden Geräuschen, danach wird der Film gezeigt, während
wir die interpretatorische Erzählstimme hören.
Man könnte
diesen Versuch unbegrenzt wiederholen, d. h., diesen interpretatorischen
Text wieder in Bilder umsetzen, diese Bilder wieder einer anderen Person
zur Interpretation geben, usw..
So können wir die Objektivität der Bilder und Worte bewerten.
Viertens:
Die Aufstellung
Die Grundidee besteht darin, alle Elemente des Versuchs anlässlich
der Filmvorführung zu verbinden. Der Projektor ("Verkörperung
der filmischen Gestaltung") steht in einem Raum und führt
die Filme in ständiger Wiederholung vor. Die Briefe werden an der
Wand angebracht und der/die Zuschauer/In kann sich frei zwischen projeziertem
Bild und den Briefen bewegen. Das übliche Zuschauerverhalten wird
geändert. Denn er/sie soll Teil des Versuchs werden. Der Film interessiert
uns nicht als solcher, sondern als Analyseinstrument.
|